Wie reden? Ein Nachbericht zum Denkanstoß

Am 25. April fand im Renner-Institut zum Auftakt des Gesellschaftsklimatags ein Denkanstoß zu Framing und neuen Narrativen statt. 80 Teilnehmer*innen aus den verschiedensten Organisationen lernten, den negativen, zerstörerischen Geschichten, die oft zu gesellschaftlichen Themen verbreitet werden, positive, menschenfreundliche Narrative entgegenzusetzen.

Wie kann man mithilfe des Fünfsatzes überzeugende Argumentationen aufbauen? Wie formuliert man prägnante Antithesen und warum ist das so wichtig? Wozu spricht man in einer Trias und was hat das Ganze mit Applaus zu tun? Welche Leitmotive braucht ein gutes Storytelling und wie passt Mittelerde ins Bild?

Diese und viele weitere Fragen wurden beim Denkanstoß thematisiert. Motive und Gegensätze wie Leben/Tod oder Freiheit/Zwang wurden behandelt. Wirkungsvolles Framing und gute Metaphern gibt es auf beiden Seiten: „lebenslanges Lernen“, „kinderfreundlichste Region Europas“ und „blühende Gärten“ erwecken positive mentale Bilder, während „death tax“, „Zwangstagsschule“ und „Zwangsgebühr“ sofort negative Gefühle hervorrufen. Viele dieser Techniken werden bewusst von Leuten eingesetzt, die das gesellschaftliche Klima negativ aufladen wollen, um die Spannung für ihre (politischen) Ziele zu nutzen. Wenn wir unsere Gesellschaft positiv prägen wollen, können (oder müssen?) auch wir diese Mittel einsetzen, die Narrative umdrehen, anders besetzen, menschenfreundliche Geschichten erzählen – und das gesellschaftliche Klima so positiv prägen.